Agentur wechseln: Sechs Anzeichen, dass es Zeit ist
Die meisten Marken wechseln zu spät. Nicht weil sie zufrieden wären, sondern weil ein Wechsel nach Aufwand aussieht und Unzufriedenheit sich schleichend aufbaut. Hier sind sechs Anzeichen, die sich prüfen lassen — und was ein Wechsel tatsächlich kostet.
1. Du bekommst Reports, aber keine Entscheidungen
Ein monatlicher Bericht mit ACOS, Impressionen und Klicks ist Buchhaltung, keine Beratung. Die Frage, die er beantworten müsste, lautet nicht „was ist passiert", sondern „was machen wir deshalb nächsten Monat anders". Steht das nicht drin, zahlst du für eine Datenausgabe, die dein Seller Central kostenlos liefert.
2. Niemand sagt dir, was sich NICHT lohnt
Eine Agentur, die zu allem ja sagt, hat entweder keine Meinung oder kein Interesse daran, dir Umsatz auszureden. Beides ist teuer. Wer seine Kategorie kennt, sagt auch mal: dieser Marktplatz passt nicht zu eurem Sortiment, dieses Produkt trägt die Werbekosten nicht, diese Expansion bringt weniger als dieselbe Arbeit im Bestandsmarkt.
3. Du erreichst niemanden, der entscheiden kann
Ticketnummern, wechselnde Ansprechpartner, Antworten nach drei Tagen. Bei einem gesperrten Listing oder einem Bestandsproblem sind drei Tage kein Servicelevel, sondern verlorener Umsatz. Die praktische Prüfung: schreib an einem Dienstagnachmittag eine konkrete Frage und sieh nach, wann eine Antwort kommt und ob sie von jemandem stammt, der dein Konto kennt.
4. Seit Monaten passiert dasselbe
Gebote anpassen, negative Keywords pflegen, Berichte schicken. Das ist die Grundlast, und sie ist nötig — aber wenn seit einem halben Jahr nur das passiert, ist das Konto im Erhaltungsmodus. Frag nach der Reihenfolge: was ist der nächste Hebel, warum dieser, und woran merken wir, ob er gewirkt hat?
5. Dein eigener Shop kommt nicht vor
Marktplätze und der eigene Onlineshop konkurrieren um dieselben Kunden und dieselbe Ware. Preise, die sich gegenseitig unterbieten, Sortimente, die sich kannibalisieren, Werbung, die auf einem Kanal Nachfrage erzeugt und auf einem anderen eingelöst wird — das sind die teuersten Fehler, und sie sind unsichtbar, solange jemand nur einen Kanal betrachtet.
6. Du weißt nicht, wofür du bezahlst
Wenn du auf die Frage „wofür genau zahlen wir monatlich?" keine Antwort in einem Satz bekommst, ist das die Antwort. Ein Modell lässt sich immer in einem Satz sagen — Fixum plus Beteiligung, oder nur Beteiligung, und worauf sich die Beteiligung bezieht.
Was ein Wechsel wirklich kostet
Weniger als die meisten annehmen — aber nicht nichts. Die drei realen Posten:
| Posten | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Einarbeitung | Die neue Agentur braucht Zugänge, Zahlen und Ziele. Solange sie analysiert, passiert am Konto wenig Neues. |
| Wissensverlust | Was die alte Agentur über dein Sortiment gelernt hat, geht mit ihr. Lass dir Keyword-Sets, Kampagnenstruktur und Testergebnisse aushändigen — das steht dir zu. |
| Restlaufzeit | Der teuerste Posten, und der einzige, der sich vorher vermeiden lässt. |
Die Restlaufzeit ist der Grund, warum die meisten zu spät wechseln. Wer zwölf Monate gebunden ist, sitzt die Unzufriedenheit aus — und beim nächsten Vertrag unterschreibt er wieder zwölf Monate, weil das Angebot günstiger aussah. Deshalb ist die Mindestlaufzeit die wichtigste Zahl in jedem Agenturvertrag, noch vor dem Preis.
Bei uns ist der Vertrag monatlich kündbar, ohne Mindestlaufzeit. Das ist kein Entgegenkommen, sondern die Konsequenz aus dem Modell: wer am Ergebnis verdient, muss nicht durch einen Vertrag gehalten werden.
Bevor du wechselst: die günstigere Variante
Sprich zuerst mit der jetzigen Agentur — aber mit konkreten Fragen statt mit allgemeiner Unzufriedenheit. Die drei, die am meisten klären:
- Was ist der nächste Hebel bei uns, und warum dieser?
- Was lohnt sich bei uns nicht, und warum?
- Wie hoch ist unser Anteil in unserer Kategorie — und wie hat er sich entwickelt?
Kommt auf alle drei eine belastbare Antwort, hast du vermutlich nur ein Kommunikationsproblem. Kommt auf keine eine, hast du dein Ergebnis.
Wie ein Wechsel bei uns abläuft — Zugänge, vier Analysen, Strategie, dann Umsetzung — steht auf So läuft die Zusammenarbeit. Was das kostet, steht in Was kostet eine Marktplatz-Agentur?.
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